Camilla Einstein, geb. Stern

Geboren: 18.03.1880, Schwanfeld/Bayern

Gestorben: Datum nicht bekannt, Ort nicht bekannt

Wohnorte

Augsburg, Ulmer Straße 121

Orte der Verfolgung

Deportation
am 2. April 1942
von Augsburg
über München-Milbertshofen
nach Piaski

Erinnerungszeichen

Am 29. Juni 2017 wurde ein Erinnerungsband für Camilla Einstein in der Ulmer Straße 121 angebracht.

Weitere Informationen

English version below

Camilla Einstein, geborene Stern, kam am 18. März 1880 im fränkischen Schwanfeld zur Welt. Durch ihre Heirat mit Samuel Einstein (geb. 1870) wurde sie zu einem Mitglied der Großfamilie, der die Zucht- und Schlachtviehhandlung „Gebrüder Einstein“ in Kriegshaber gehörte. Die Firma, die Samuel Einstein zusammen mit fünf seiner Brüder betrieb, zählte bis zur Machtübernahme der Nationalsozialisten zu den renommiertesten Viehhandelsunternehmen in Schwaben.

Camilla und Samuel Einstein lebten in der Ulmer Straße 121. Dieses Anwesen hatte Samuel Einstein 1904 erworben, um dort mit seiner 1931 verstorbenen, ersten Ehefrau Therese (geb. 1880) und den gemeinsamen Söhnen Martin (geb. 1904) und Siegfried (geb. 1906) zu wohnen. Martin Einstein emigrierte 1933 nach Palästina, sein Bruder Siegfried folgte ihm 1936.

Samuel Einstein starb 1939. Seine Witwe Camilla Einstein lebte bis zu ihrer Deportation weiter in dem Haus. Am 2. April 1942 wurde Camilla Einstein zusammen mit ihrem Schwager Heinrich Einstein und ihrem Schwager Max Einstein und dessen Ehefrau Johanna von Augsburg nach München gebracht. Zwei Tage später wurden die vier Mitglieder der Großfamilie in das Transitghetto Piaski bei Lublin deportiert. Dort kamen sie alle ums Leben.

 

Camilla Einstein

Camilla Einstein, née Stern, was born on March 18, 1880 in Schwanfeld, Franconia. When she married Samuel Einstein (born in 1870), she became a member of the extended family which owned „Gebrüder Einstein“ in Kriegshaber. The company, which Samuel Einstein ran together with five of his brothers, was one of the best-known cattle trading companies in Swabia until the National Socialists came to power.

Camilla and Samuel Einstein lived at 121 Ulmer Straße, which Samuel Einstein had purchased in 1904 to live there with his first wife Therese (born 1880), who died in 1931, and their sons Martin (born 1904) and Siegfried (born 1906). Martin Einstein emigrated to Palestine in 1933, his brother Siegfried followed him in 1936.

Samuel Einstein died in 1939 and his widow Camilla continued to live in the house until her deportation. On April 2, 1942, Camilla Einstein was brought from Augsburg to Munich together with her brothers-in-law Heinrich and Max Einstein as well as Max’s wife, Johanna. Two days later, the four members of the extended family were deported to the Piaski transit ghetto near Lublin. There they all perished.

Heinrich Einstein

Geboren

10.10.1878

Gestorben

Datum nicht bekannt

Letzter freiwilliger Wohnort

Augsburg, Ulmer Straße 185

Ida Einstein, geb. Schlossberger

Geboren

01.06.1890

Gestorben

Datum nicht bekannt

Letzter freiwilliger Wohnort

Augsburg, Ulmer Straße 185

Isak Einstein

Geboren

07.03.1884

Gestorben

Datum nicht bekannt

Letzter freiwilliger Wohnort

Augsburg, Ulmer Straße 185

Johanna Einstein, geb. Stern

Geboren

15.02.1882

Gestorben

Datum nicht bekannt

Letzter freiwilliger Wohnort

Augsburg, Ulmer Straße 185

Lydia Einstein, geb. Seligman

Geboren

05.01.1900

Gestorben

Datum nicht bekannt

Letzter freiwilliger Wohnort

Augsburg, Ulmer Straße 185

Max Einstein

Geboren

21.02.1876

Gestorben

Datum nicht bekannt

Letzter freiwilliger Wohnort

Augsburg, Ulmer Straße 185

Mina Einstein, geb. Schlossberger

Geboren

01.03.1889

Gestorben

Datum nicht bekannt

Letzter freiwilliger Wohnort

Augsburg, Ulmer Straße 139

Moriz Einstein

Geboren

09.11.1886

Gestorben

Datum nicht bekannt

Letzter freiwilliger Wohnort

Augsburg, Ulmer Straße 185

Siegbert Einstein

Geboren

27.01.1924

Gestorben

26.02.1940

Letzter freiwilliger Wohnort

Augsburg, Ulmer Straße 185

Hermann Einstein

Geboren

01.08.1880

Gestorben

Datum nicht bekannt

Letzter freiwilliger Wohnort

Augsburg, Ulmer Straße 139

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de856602 (aufgerufen am 19.06.2017)

Monika Müller, „Es ist ein hartes Los, das uns getroffen hat.“ Der Weg der Familie Einstein aus Augsburg-Kriegshaber (Lebenslinien. Deutsch-jüdische Familiengeschichten Bd. 5), Augsburg 2012.

Gernot Römer (Hg.), „An meine Gemeinde in der Zerstreuung.“ Die Rundbriefe des Augsburger Rabbiners Ernst Jacob 1941 – 1949 (Material zur Geschichte des Bayerischen Schwaben, Bd. 29), Augsburg 2007.