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Hedwig Zebrak

Geboren:
09.05.1925, Augsburg
Gestorben:
Todestag und Todesort nicht bekannt

Wohnorte

Augsburg, Mendelssohnstraße 1/II
Augsburg, Pestalozzistraße 16/III
Augsburg, Ulmer Straße 228
Augsburg, Remboldstraße 1

Letzter freiwilliger Wohnort

Orte der Verfolgung

Deportation
am 2. April 1942
von Augsburg
über München-Milbertshofen
nach Piaski

Erinnerungszeichen

Am 12. Februar 2019 wurde ein Erinnerungsband für die Familie Zebrak vor der Ulmer Straße 228 eingeweiht.

Biografie

Hedwig Zebrak, erste Tochter von Josef Zebrak und Jenny Zebrak geb. Slon, wurde am 9.5.1925 in Augsburg-Oberhausen, Mendelssohnstr. 1, geboren. Sie wohnte dann in der Pestalozzistr. 16 und schließlich in der Ulmer Str. 228.1

Sie hatte das gleiche Alter wie Liese Fischer, geb. Einstein, die sich erinnert, wie zur Vorbereitung von Pessach die Zebrak-Kinder mit Liese Einstein und ihrem Bruder Siegbert zusammenkamen, um Chametz-Brot [gesäuertes Brot] von den jüdischen Familien in Kriegshaber einzusammeln und es dann unter Aufsicht in einem Freudenfeuer hinter der Synagoge in Kriegshaber zu verbrennen.2

Am 5./4.2.1941 wurde Hedwigs Umzug als 16-Jährige ins Umschulungslager Gut Winkel/Spreenhagen, Brandenburg, gemeldet.3 Das war ein Hachschara-Lager zur landwirtschaftlichen Berufsausbildung junger Juden als Vorbereitung zur Auswanderung nach Palästina. Wie kam Hedwig dahin? Vielleicht gab es eine Augsburger Beziehung zum ehem. Besitzer und Leiter der Einrichtung Gut Winkel, Simon Schocken, der Mitinhaber der Kaufhauskette „Schocken“ gewesen war, die auch in Augsburg bis 1939 in der Maximilianstraße eine Filiale hatte. Am 19.6.1941 wird das Lager in Gut Winkel geschlossen.4 Ab 1.9.1941 war Hedwig in der Remboldtstr. 1, bei Arnold, dem ehem. Besitzer der NAK (Neuen Augsburger Kattunfabrik) und Vorsitzendem der jüdischen Gemeinde Augsburg, als ledige Hausgehilfin gemeldet. Am 1.4.1942 galt sie als abgemeldet und evakuiert.5

Am 3. oder 4.4.1942 wurde sie mit ihrer Mutter und den Schwestern Rosa und Paula unter der Transportnummer 669 in der Deportationsliste 37 nach Piaski deportiert – dann erlitt sie vermutlich das gleiche Schicksal wie ihre Mutter. Als offizielles Todesdatum wird der 2.4.1942 genannt – das ist unwahrscheinlich wegen des Abfahrtdatums des Transports am 3.4.1942.6

Claudia Huber

Angehörige
Fußnoten
  1. StadtAA, MK II, Josef Zebrak
  2. E-Mail Auskunft von Diane Castiglione vom 05.08.2013
  3. StadtAA, MK II, Josef Zebrak
  4. http://forge.fh-potsdam.de/~SWABD/eckd-gw.htm (aufergufen am 18.12.2017)
  5. StadtAA, MK II, Josef Zebrak
  6. http://www.statistik-des-holocaust.de/list_ger_bay_420404.html (aufgerufen am 18.12.2017); http://www.statistik-des-holocaust.de/OT420404-36.jpg (aufgerufen am 18.12.2017); http://www.statistik-des-holocaust.de/OT420404-37.jpg (aufgerufen am 18.12.2017).
Quellen- und Literaturverzeichnis
Unveröffentlichte Quellen:

E-Mail Auskunft von Diane Castiglione
– 05.08.2013

Stadtarchiv Augsburg (StadtAA)
Meldekarten II (MK II):
– Josef Zebrak

Veröffentlichte Quellen:

Gernot Römer (Hg.), „An meine Gemeinde in der Zerstreuung.“ Die Rundbriefe des Augsburger Rabbiners Ernst Jacob 1941 – 1949 (Material zur Geschichte des Bayerischen Schwaben, Bd. 29), Augsburg 2007.

Internet: