Pauline Füßer, geb. Harsch

Geboren: 28.05.1889, Augsburg

Gestorben: 05.06.1941, Hartheim/Linz

Wohnorte

Augsburg, Springergäßchen 2 (Hühnertreppe C 93/II) (1913)
Augsburg, Äußeres Pfaffengäßchen 15 (E 205/III) (1916-1926)
Augsburg, Alter Postweg 30 b (April 1932)
Kaufbeuren, Siedlerweg 3 (August 1933-Frühjahr 1934)

Orte der Verfolgung

Heil- und Pflegeanstalt Kaufbeuren

Tötungsanstalt Hartheim bei Linz
„Aktion T4“

Weitere Informationen

Pauline Füßer, geb. Harsch
prot., geb. 28.5.1889 in Augsburg,
letzter Wohnsitz Alter Postweg 30b,
Opfer der Aktion T4, ermordet in Hartheim am 5.6.1941

Pauline Margareta Füßer1 ist die Tochter des Augsburger Schmiedemeisters Kasper Harsch und seiner Frau Margarete Marie, geb. Birner.2. Die beiden ersten Kinder der Harschs, Kaspar Friedrich (geb. 1882) und Kaspar Karl (geb. 1883) versterben im Alter von 2 und 6 Monaten.3

Pauline wird am 28. Mai 1889 in Augsburg geboren.4 Sie hat zwei ältere Schwestern, Anna Maria Margaretha (geb. 1885) und Christina Maria (geb. 1887).5

Wir kennen den Ausbildungsgang von Pauline nicht, es ist anzunehmen, dass sie entsprechend dem zu dieser Zeit gültigen Frauenbild keinen Beruf erlernt hat und dazu erzogen wurde, dem Ehemann beruflich den „Rücken freizuhalten“ und den Haushalt zu besorgen.

Heirat und Gründung einer Familie

Am 30. April 1913 heiratet Pauline den Schriftsetzer Adam Füßer6, Pauline ist fast 24 Jahre alt. Es ist Adams zweite Ehe. Er war seit dem 13. April 1905 mit Magdalene Alber aus Haunstetten verheiratet und hatte mit ihr zwei Kinder, Elsa (geb. 27.10.1907) und Paulina (geb. 25.10.1911).7. Die Ehe wurde am 1. März 1911 wegen Verschuldens der Ehefrau Magdalena geschieden.8 Sie trug die Kosten der Ehescheidung. Ihr Ex-Ehemann untersagte ihr sogar, den Namen Füßer weiterhin zu führen.9

Pauline bekommt mit Adam ebenfalls zwei Kinder: Anna Margareta, geb. am 11. Juni 1914 und Dorothea, geb. am 25. Oktober 1915.10

Tod des Ehemanns

Pauline ist 28 Jahre, ihre Kinder sind 3 und 2 Jahre alt, als ihr Ehemann Adam am 30. März 1917 bei einem Dienstunfall in der Kaserne in Lagerlechfeld im Alter von 36 Jahren verstirbt. Die Familie wohnt 1913 im Spenglergäßchen 2, von 1916 bis mindestens 1926 ist sie im Äußeren Pfaffengäßchen 15 nachweisbar. Beim Zeitpunkt ihrer Zwangseinweisung in Kaufbeuren am 28. April 1932 wohnt sie in Augsburg, Alter Postweg 30b. Ab sofort muss Pauline für den Lebensunterhalt ihrer beiden Töchtern Anna und Dora sorgen.11

Einweisung in Psychiatrische Abteilung des Krankenhauses

Der Tod ihres Ehemanns wirft sie aus der Bahn. Sie erkrankt und muss im Januar 1923 erstmals zur Beobachtung in die psychiatrische Abteilung des Städtischen Krankenhauses.12. Sie ist mindestens ab 20. Mai 1931 in der Betreuung der Fürsorgestelle; an diesem Tag taucht ihre 16-jährige Tochter Dorothea dort auf und spricht davon, dass Pauline sie und ihre Schwester mit dem Messer bedroht habe.13 Ihre Mutter spreche zusammenhanglos von ihrem Mann, dessen Tod sie offensichtlich nicht verkraftet hat.

Ein Jahr später, am 22. April 1932, ist sie wegen der gleichen Symptome von Schizophrenie wiederum im Städtischen Krankenhaus in Behandlung. Der Bezirksarzt Dr. Rothammer diagnostiziert, dass sich – gemäß den Beobachtungen der Fürsorgestelle – ihr Zustand nochmals deutlich verschlechtert habe. Sie leide unter Sinnestäuschungen und sei bisweilen hochgradig erregt. Weil eine untragbare „Belästigung der Öffentlichkeit und Gefährdung ihrer Umgebung jederzeit eintreten“ könne, sei Pauline Füßer „als gemeingefährlich und gemeinlästig zu erachten“ und eine Verwahrung in der Heil- und Pflegeanstalt nach § 80/II des PStG „nicht mehr zu umgehen“.14

Zwangseinweisung in Kaufbeuren

Der Stadtrat in Augsburg entspricht der Empfehlung des Bezirksarztes und ordnet am 28.4.32 die „zwangsweise Verwahrung der Pauline Füßer“ in der Heil- und Pflegeanstalt Kaufbeuren an.15. Pauline Füßer leide an „Schizophrenie und paranoider Demenz“. Die Kosten des Verfahrens und für die Unterbringung habe die Kranke selbst zu tragen.16 Der Landesfürsorgeverband Schwaben hält das Einkommen der „Kriegerwitwe“ für ausreichend, um ihre Unterbringung in Kaufbeuren zu gewährleisten.17

Zwangseinweisung von Pauline Füßer in die Heil- und Pflegeanstalt Kaufbeuren am 28.04.1932. (Bundesarchiv Berlin)

 

Die beiden Töchter machen die Schwester ihrer Mutter dafür verantwortlich, dass Pauline in die Heilanstalt in Kaufbeuren eingewiesen wird. Die Fürsorgestelle hält dies für abwegig. Die Schwester18 der Kranken habe den Haushalt vorbildlich geführt und der Kranken jede erdenkliche Hilfe angedeihen lassen.19

Die Fürsorgestelle teilt den Töchtern mit, dass es Beschwerden der Hausmitbewohner gegeben habe, die Pauline Füßer in untragbarer Weise belästigt habe. Daher sei die „Einschaffung“ der Kranken in Kaufbeuren „auf gesundheitspolizeilichem Wege“ erfolgt.

Ende April 1932 kommt Pauline also in die Heil- und Pflegeanstalt Kaufbeuren. Sie bleibt bis zum 14. September 1932 dort, dann wird der Versuch gemacht, sie wieder der Aufsicht der Fürsorgestelle in Augsburg zu übergeben. Ausdrücklich betonen die Ärzte, dass Pauline von Wahnideen beherrscht sei.

Private Pflege in Kaufbeuren

Schon am 30. Mai 1933 kommt Pauline wieder nach Kaufbeuren. Nach knapp 3 Monaten wird sie am 23. August 1933 in Familienpflege zu Bierbrauer Michael Dax in Kaufbeuren, Siedlerweg 3 entlassen, der hierfür 45 RM monatlich erhält. Pauline ist bei der Familie Dax bis Frühjahr 1934 nachweisbar. Die beiden Töchter können ihre Mutter wegen der beengten Wohnverhältnisse nicht zu sich nehmen, zudem sind beide noch in ihrer Ausbildung begriffen und müssten ihre Mutter untertags alleine lassen.20. Aber immer wieder versuchen die beiden Töchter, sie zumindest für eine Zeitlang zu sich zu holen. Dies hält auch der Anstaltsleiter Dr. Valentin Faltlhauser für ausgeschlossen.21

In der Familienpflege bei Herrn Dax in Kaufbeuren schreibt Pauline Gedichte und Abhandlungen und verteilt diese in der Stadt. Der Leiter der Anstalt Dr. Valentin Faltlhauser antwortet dem Gesundheitsamt Augsburg bezüglich einer möglichen Beurlaubung:22

Frau Füßer ist eine Schizophrene, die ganz unter dem Einfluß von Wahnideen steht, die sich vielfach auf politischem Gebiete bewegen. Ich hatte die Kranke hier 1933/34 in Familienpflege. Ich musste sie jedoch in die Anstalt zurücknehmen, da sie dauernd Heftchen in der Öffentlichkeit verbreitete, in die sie Gedichte und Abhandlungen eingeschrieben hatte, die sich mit der Person des Führers in unzulässiger Weise beschäftigten. Diese Ideen sind auch heute noch wirksam. So lebt sie z.B. in dem Wahn, sie sei die Tante des Führers. Wenn sie solche Ideen nur für sich behalten und auswerten würde, wäre noch nicht einmal viel dagegen zu sagen. Ich muss mich deshalb nachdrücklichst gegen eine Beurlaubung aussprechen.23

Antrag auf Zwangssterilisation

Am 6. April 1934 stellt die Heil- und Pflegeanstalt den Antrag auf Zwangssterilisation der Pauline Füßer. Es finden sich allerdings weder im Staatsarchiv in Augsburg noch im Historischen Archiv des BKH Kaufbeuren Unterlagen zu ihrer Sterilisation24, sodass wir annehmen dürfen, dass es nicht zur Zwangsterilisation gekommen ist.

Erneute Einweisung in die Heilanstalt Kaufbeuren

Ab 5. Juni 1934 befindet sich Pauline wieder in der Obhut der Heil- und Pflegeanstalt Kaufbeuren. Im Verhalten von Pauline Füßer tritt keine Besserung ein. Die Patientenbeobachtungsbögen sprechen hier eine eindeutige Sprache:

15.9.38: Vollständig unverändert in ihren Wahnvorstellungen. Verweigert dem Arzt die Hand, weil er sie nicht entlässt. Die Töchter haben Schritte unternommen, um ihre versuchsweise Entlassung zu erreichen. Jedoch wurden dieselben von der Polizeibehörde nicht genehmigt, da Patientin immer wieder stark zum Führer drängt und die Gefahr bestand, zum Führer zu drängen und ihn zu belästigen.

19.9.39: Die Kranke drängt in letzter Zeit stärker denn je auf ihre Entlassung. Suchte vor einiger Zeit auch aus dem Garten zu entweichen, musste mit Gewalt festgehalten werden. Ist gegen die Ärzte sehr kritisch eingestellt. In ihren Ideen und in ihrem ganzen Verhalten unverändert.

12.8.40: Schreibt jetzt täglich Briefe an den Führer. … Im Übrigen stets guter Laune Hat sich ein großes Schild gemalt, das sie an ihren Platz stellt. Darauf steht: Majestät. Bildet sich weiß Gott was ein, wenn sie im Spaß einmal mit diesem Titel angesprochen wird. Erhebt sich dann gravitätisch und stolziert auf und ab. … Patientin könnte sehr nett arbeiten, wenn sie nur wollte, doch liegt dies weit unter ihrer Würde. Sie macht sehr schöne kleine Beutelchen aus Stickgarn, häkelt kleine Blümchen, die äußerst geschmackvoll zu Mustern aneinander genäht sind.

11.9.40: Immer wohlgemut und zu Späßen aufgelegt. Voll der alten Wahnideen. Will mit Ref. nach Berchtesgaden zum Führer fahren …

31.5.41: Immer im alten Wahn befangen, den sie mit großer Energie und Emphase vorträgt, ohne im Mindesten beleidigt zu sein, wenn sie ausgelacht wird. … Beschreibt jedes Papierstückchen, dessen sie habhaft wird, mit ihren zerfahrenen Gedanken … Arbeit lehnt sie überheblich ab und strickt ab und zu.

5.6.41: „wird verlegt“25

Krankheitsbogen bis Mai 1941. (Bundesarchiv Berlin)
Krankheitsbogen 5.6.1941: „wird verlegt“. (Bundesarchiv Berlin)

 

Pauline Füßer wird gemeinsam mit weiteren 70 Frauen am 5.6.1941 im Rahmen einer T4-Aktion nach Hartheim26 bei Alkoven in Oberösterreich verlegt und dort aller Wahrscheinlichkeit nach noch am gleichen Tag ermordet. Mit Pauline Füßer sind 24 weitere Frauen aus Augsburg auf dem Transport, und zwar: Biedermann Anna, 28.1.1910; Brunninger Berta, 8.4.1882; Büchler Rosa, geb. 6.6.1896; Geiger Maria, geb. 29.3.1889; Hamburger Maria, geb. 23.3.1898; Hausenblas Maria geb. 19.6.1893; Hayn Maria, geb. 8.12.1895; Heinzel Rosa, geb. 1.3.1903; Huber Therese, 18.5.1886; Hübner Maria, 16.3.1931 (Königsbrunn); Kaiser Afra, geb. 31.8.1883; Kaltner Philomena, geb. 5.3.1933; Konrad Johanna, 27.3.1887; Küspert Josefa, 1.3.1912; Lang, Johanna, geb. 30.6.1884; Lehner Maria geb. 5.5.1896; Meiler Amalie, 18.1.1875; Mörz Therese, geb. 10.3.1925; Pfaffenzeller Maria, geb. 22.1.1883; Pfeiffer Sofie geb. 12.10.1875; Püttner Anna, geb. 6.5.1897; Ruile Wilhelmine, geb. 19.5.1892; Schauler Kreszenz, 7.11.1900; Stöckel Aloisia, geb. 24.4.1887.

Tags zuvor waren bereits 71 Männer von Kaufbeuren und Irsee nach Hartheim deportiert worden.27

Es ist aber denkbar, dass der Frauentransport wegen des Tags zuvor stattfindenden Männertransports von Kaufbeuren und Irsee nach Hartheim über die Zwischenanstalt Niedernhart in Linz geführt wird. Hartheim und Niedernhart stehen unter der Leitung von Dr. Rudolf Lonauer28 Dieser hat eigene Abteilungen in Niedernhart, auf denen er PatientInnen kurzzeitig an der offiziellen Aufnahme vorbei aufnehmen kann. Aus Beschuldigtenvernehmungen wissen wir, dass solche Aufenthalte in Linz im Schnitt ca. drei bis fünf Tage dauerten, bis die „Ressourcen“ in der Tötungsanstalt wieder frei waren. Sobald der Transport Hartheim erreicht, werden die Patienten unmittelbar ermordet.29

In Hartheim werden die eingelieferten Menschen entkleidet, gemessen, gewogen, fotografiert und dann den Ärzten vorgeführt. Personendaten werden überprüft und auffallende Kennzeichen wie Operationsnarben vermerkt, die für die Erstellung der fingierten Todesursache von Bedeutung sein können. Die Gaskammern sind mit Brauseköpfen ausgestattet. Meist werden 30 und mehr Menschen zugleich vergast. Die Tötung erfolgt durch Kohlenmonoxydgas, das der Anstaltsarzt einströmen lässt. Die Zufuhr des Gases beträgt in der Regel 20 Minuten, sie wird eingestellt, wenn sich im Vergasungsraum keine Bewegung mehr feststellen lässt. In der Regel werden die Ermordeten in anstaltseigenen Krematorien verbrannt, die Goldkronen werden zuvor herausgebrochen. Das so gewonnene „Rohmaterial“ wird über die Zentraldienststelle T4 an die Degussa geliefert und zu Feingold verarbeitet.30

„Aktion T4“ ist eine nach 1945 gebräuchlich gewordene Bezeichnung für die systematische Ermordung von Menschen mit körperlichen, geistigen und seelischen Behinderungen in Deutschland unter der Leitung der Zentraldienststelle Berlin, Tiergartenstraße 4.31

Öffentliche Proteste katholischer Bischöfe und protestantischer Geistlicher, aber auch die Information einer breiten Öffentlichkeit mittels der deutschsprachigen Welle des BBC im Sommer 1941 tragen dazu bei, dass Hitler am 21.8.1941 seinem Begleitarzt Brandt und Reichsleiter Bouhler die mündliche Weisung erteilt, die Aktion T4 zu beenden und die „Erwachseneneuthanasie“ in den 6 Tötungsanstalten (Grafeneck, Hartheim, Hadamar, Brandenburg, Bernburg, Sonnenstein) einzustellen.32

Die Krankenmorde in den Heil- und Pflegeanstalten werden allerdings mit unerbittlicher Konsequenz „dezentral“ durch Nahrungsentzug bzw. Verabreichung von Morphium-Skopolamin und Luminal fortgeführt.33

Auf dem gesamten Gebiet des deutschen Reiches werden 70.273 Menschen auf diese Weise umgebracht.34 Für die Heil- und Pflegeanstalt Kaufbeuren-Irsee konnten anhand der Standlisten (Zu- und Abgangsbücher) insgesamt 688 Patienten identifiziert werden35, die in den T4-Mordzentren umkamen.36

Biografie erstellt von Dr. Bernhard Lehmann StD Gegen Vergessen – Für Demokratie RAG Augsburg-Schwaben

  1. BA Berlin, R 179/22164 Füßer Pauline und StAA, MB Margarete Harsch.
  2. StadtAA, MB Margarete Harsch. Ebenso StadtAA, MB Harsch Kaspar. Kaspar Harsch ist am 30.8.1839 geboren, seine Ehefrau Margarete Birner am 29.4.1853. Die beiden heiraten am 30.10.1881.
  3. StadtAA, MB Margarete Harsch.
  4. StadtAA, MB Adam Füßer.
  5. StadtAA, MB Margarete Harsch.
  6. StadtAA, MB Margarete Harsch. MB Adam Füßer, geb. am 30.8.1881 in Haßloch, BA Neustadt/Pfalz, gest. 30.7.1917, Füßer Pauline, geb. Harsch, geb. 28.5.1889 in Augsburg.
  7. StadtAA, MB Adam Füßer. Elsa, geb. 27.10.1907 bleibt beim Vater, Paulina, geb. 15.10.1911 verstirbt am 12.3.1913.
  8. StadtAA, MB Adam Füßer. Magdalena heiratet am 27.9.1913 den Maschinenschlosser Georg Illenberger.
  9. StadtAA, MB Adam Füßer, Erklärung gegenüber dem Stadtmagistrat vom 30.5.1911.
  10. Ebenda.
  11. StadtAA, MB Adam Füsser.
  12. BA Berlin, R 179/22164 Füsser Pauline. Verfügung des Stadtrates vom 29.4.1932, Vorgeschichte.
  13. BA Berlin, R 179/22164 Füsser Pauline, Bericht der Fürsorgestelle für Nerven- und Gemütskranke der Heil- und Pflegeanstalt Kaufbeuren, Außenstelle Augsburg vom 20.5.31.
  14. BA Berlin, R 179/22164 Füsser Pauline, Bezirksarzt Dr. Rothammer vom 23.4.1932.
  15. Ebenda, Stadtrat Augsburg vom 28.4.32 Dr. Bohl, 1. Bürgermeister.
  16. Ebenda.
  17. Ebenda., Schreiben des LFV vom 6.5.32.
  18. Es handelt sich um Frau Harsch, die in Augsburg, Schlossermauer 57/II wohnhaft ist.
  19. Ebenda., Schreiben der Schwester vom 24.5.32 an die Fürsorgestelle und Schreiben der Fürsorgestelle an Frau Dora Füßer, Neuendettelsau vom 25.5.32.
  20. BA Berlin, R 179/22164 Füsser Pauline. Schreiben von Anna und Dora Füßer vom 4.12.1933 an Dr. Fuchs, Heil- und Pflegeanstalt Kaufbeuren.
  21. Ebenda., Brief Faltlhauser an das Gesundheitsamt Augsburg vom 9.4.1934.
  22. BA Berlin, R 179/22164 Füsser Pauline. Brief Dr. Faltlhauser an das Gesundheitsamt Augsburg am 5.4.1938 und wortgleich an den Evangelischen Jugenddienst vom 11.4.38.
  23. Ebenda.
  24. Schreiben von Herrn Patrick Rieblinger vom Staatsarchiv Augsburg an den Verfasser vom 18.5.2020.
  25. BA Berlin, R 179/22164 Füsser Pauline, Patientenbogen, Einträge von 1938-1941.
  26. Die Tötungsanstalt Hartheim stand unter der medizinischen Leitung des Linzer Psychiaters Dr. Rudolf Lonauer. In seinen Kompetenzbereich fielen die Tötung der Opfer, die Bestimmung der Todesursache, die Führung der Krankenakten und die Vertretung der „Landesanstalt Hartheim“ nach außen. Rudolf Lonauer war auch ärztlicher Direktor der Gau-Heil- und Pflegeanstalt Niedernhart in Linz. Diese fungierte als Zwischenstation für Opfer auf dem Weg nach Hartheim. Rudolf Lonauer beging im Mai 1945 Selbstmord. Stellvertretender medizinischer Leiter war Dr. Georg Renno. Ihm gelang es nach 1945 unterzutauchen, 1961 wurde er festgenommen. 1967 kam es zur Anklage, das eingeleitete Verfahren wurde 1970 aufgrund des attestierten schlechten Gesundheitszustandes des Angeklagten eingestellt. Georg Renno starb 1997 in Freiheit. http://www.schloss-hartheim.at/index.php/historischer-ort/toetungsanstalt-hartheim-1940-1944.
  27. Petra Schweizer-Martinschek, Opfer der NS-„Euthanasie“ Aktion T 4, Februar 2014, S. 1; https://www.zeit.de/zeit-geschichte/2017/01/euthanasie-ns-regime-kranke-behinderte-massenmord/seite-3.
  28. In seinen Kompetenzbereich fielen die Tötung der Opfer, die Bestimmung der Todesursache, die Führung der Krankenakten und die Vertretung der „Landesanstalt Hartheim“ nach außen. Rudolf Lonauer war auch ärztlicher Direktor der Gau-Heil- und Pflegeanstalt Niedernhart in Linz. Diese fungierte als Zwischenstation für Opfer auf dem Weg nach Hartheim. Stellvertretender medizinischer Leiter war Dr. Georg Renno. Verwaltungstechnischer Leiter war Christian Wirth, ein Polizeioffizier aus Württemberg, der bereits in den NS-„Euthanasieanstalten“ Grafeneck und Hadamar gearbeitet hatte. Er war in seiner Funktion als „Büroleiter“ Vorstand des Sonderstandesamtes, welches in Hartheim eingerichtet worden war. Außerdem oblagen ihm die Führung des Urnenbuches und des Urnenversandes, ortspolizeiliche Aufgaben, sowie der Schriftverkehr mit den „Abgabeanstalten“. Insgesamt waren ca. 60-70 Personen in der Tötungsanstalt Hartheim beschäftigt. Neben den Pflegern, die auch den meisten Kontakt mit den Opfern hatten und diese zumeist bereits in den Bussen begleiteten, stellten die Angestellten, die im administrativen Bereich für das Ausstellen und den Versand der Beileidsschreiben und Todesurkunden, sowie den Versand der Urnen zuständig waren, den überwiegenden Teil der Belegschaft dar, welche zum Großteil im Schloss wohnte: https://www.ns-euthanasie.de/index.php/hartheim.
  29. Auskunft M.A. Peter Eigelsberger, Dokumentationsstelle Hartheim, Schlossstraße 1an den Verfasser per e-mail vom 19.6.2018.
  30. Brigitte Kepplinger, Die Tötungsanstalt Hartheim1940-1945, in: Brigitte Kepplinger/Gerhart Marckhgott/Hartmut Reese (Hg.), Tötungsanstalt Hartheim, 2. Auflage Linz 2008, S. 63-116.; Michael von Cranach, In Memoriam, Bad Wörishofen 1999, S. 12ff; https://www.zukunft-braucht-erinnerung.de/aktion-t4-systematischer-mord-der-nazis-an-behinderten-menschen/.
  31. Brigitte Kepplinger, Die Tötungsanstalt Hartheim1940-1945, in: Brigitte Kepplinger/Gerhart Marckhgott/Hartmut Reese (Hg.), Tötungsanstalt Hartheim, 2. Auflage Linz 2008, S. 63-116.
  32. Götz Aly (Hg.), Aktion T4 1939–1945. Die „Euthanasie“-Zentrale in der Tiergartenstraße 4, 2. Auflage Berlin 1989, S. 89. Siehe auch: http://www.schloss-hartheim.at/index.php/historischer-ort/toetungsanstalt-hartheim-1940-1944/aktion-t4.
  33. Petra Schweizer-Martinschek, Opfer der NS-„Euthanasie“ Aktion T4, Februar 2014, S. 1, ebenso: http://www.schloss-hartheim.at/index.php/historischer-ort/toetungsanstalt-hartheim-1940-1944/sonderbehandlung-14f13.
  34. Götz Aly, Die „Aktion T4“ und die Stadt Berlin, in: Totgeschwiegen 1933-1945. Die Geschichte der Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik, Berlin 1988, S. 139.
  35. Zahl aus: Martin Schmidt/Robert Kuhlmann/Michael von Cranach, Die Heil- und Pflegeanstalt Kaufbeuren, in: Michael von Cranach/Hans-Ludwig Siemen (Hg.), Psychiatrie im Nationalsozialismus. Die Bayerischen Heil- und Pflegeanstalten zwischen 1933 und 1945, München 1999, S. 265-325.
  36. Im Gegensatz zur „Aktion T4“ (1940/41 wurden im Rahmen der sog. „zweiten Phase“ der „Dezentralen Euthanasie“ (1941-1945) Patienten den Heil- und Pflegeanstalten mittels einer Überdosis von Medikamenten und/oder Nahrungsentzug ermordet: https://www.zeit.de/zeit-geschichte/2017/01/euthanasie-ns-regime-kranke-behinderte-massenmord/seite-3; http://www.zukunft-braucht-erinnerung.de/aktion-t4-systematischer-mord-der-nazis-an-behinderten-menschen/.

Bundesarchiv Berlin (BA Berlin)
– Krankenakte Pauline Füsser R 179-22164

Historisches Archiv des Bezirkskrankenhaus Kaufbeuren (Hist. Arch BKh Kaufbeuren)
– Patientenbogen Nr. 8777

Stadtarchiv Augsburg (StadtAA)
Meldebogen (MB):
– MB Adam Füsser
– MB Kaspar Harsch
– MB Margarete Harsch

http://www.zukunft-braucht-erinnerung.de/aktion-t4-systematischer-mord-der-nazis-an-behinderten-mensch

http://www.schloss-hartheim.at/index.php/historischer-ort/toetungsanstalt-hartheim-1940-1944/aktion-t4

http://www.schloss-hartheim.at/index.php/historischer-ort/toetungsanstalt-hartheim-1940-1944/sonderbehandlung-14f13

https://www.zeit.de/zeit-geschichte/2017/01/euthanasie-ns-regime-kranke-behinderte-massenmord/seite-3

 

Götz Aly (Hg.), Aktion T4: 1939–1945. Die „Euthanasie“-Zentrale in der Tiergartenstraße 4. Berlin, 2. Auflage 1989.

Götz Aly, Die Belasteten: „Euthanasie“ 1939-1945, Frankfurt 2014.

Michael Burleigh (Hg.), Tod und Erlösung. Euthanasie in Deutschland 1900–1945, Zürich 2002.

Michael von Cranach/Frank Schneider, In Memoriam: Erinnerung und Verantwortung Ausstellungskatalog. Erweiterte und aktualisierte Fassung des Katalogs von 1999. Kaufbeuren 2011.

Henry Friedlander, Der Weg zum NS-Genozid. Von der Euthanasie zur Endlösung, Berlin 2002.
Franz Josef Hücker, Verlegt an einen unbekannten Ort. Euthanasieverbrechen unterm Hakenkreuz, in: Nassauische Annalen 127 (2016), S. 259–276.

Brigitte Kepplinger, Die Tötungsanstalt Hartheim 1940-1945, in: Brigitte Kepplinger/Gerhart Marckhgott/Hartmut Reese (Hg.), Tötungsanstalt Hartheim, 2. Auflage Linz 2008, S. 63–116.

Ernst Klee (Hg.), Dokumente zur „Euthanasie“, Frankfurt am Main 1985.
Ernst Klee, „Euthanasie“ im NS-Staat. Die „Vernichtung lebensunwerten Lebens“, 2. Auflage, Frankfurt 2010.