Karl Wassermann

Geboren: 06.07.1877, Ulm

Gestorben: Datum nicht bekannt, Auschwitz

Wohnorte

Ulm
Augsburg, Karolinenstraße D 39/III (heute 11)
Augsburg, Singerstraße 6/0
Augsburg, Bismarckstraße 14 1/2 /I
Augsburg, Volkhartstraße 6/II
Augsburg, Frohsinnstraße 21/0
Augsburg, Völkstraße 33/II
Augsburg, Hallstraße 14

Orte der Verfolgung

Deportation
am 8. oder 9. März 1943
von Augsburg
über München-Berg am Laim
nach Auschwitz

Weitere Informationen

Karl Wassermann war ein jüdischer Kaufmann und Mitinhaber der Familienfirma „Pflaunlacher und Schwab“.1 Im Zuge der nationalsozialistischen Judenverfolgung wurde er im März 1943 nach Auschwitz deportiert.2

Geboren wurde er am 06.07.1877 in Ulm als drittes von fünf Kindern des Buchhalters Bernhard Wassermann und dessen zweiter Ehefrau Jeanette Wassermann. Fast zehn Jahre später zog seine ganze Familie nach Augsburg.3 Dort heiratete Karl am 18.03.1913 die hier geborene Jenny Pflaunlacher. Ein Jahr später kam das erste Kind, Heinz Bernhard, zur Welt.4

Während des Ersten Weltkrieges diente er als Soldat.5

1921 wurde dann seine Tochter Margarete geboren.6 Am 26.01.1922 trat er der Firma für Herren-und Sportbekleidung „Pflaunlacher und Schwab “ bei, die im Jahr 1911 gegründet wurde.7 Mitinhaber der Firma war Max Schwab, ein angeheirates Familienmitglied der Familie Pflaunlacher.8

Von 1931 bis 1937 besuchte die Tochter Margarete die städtische Maria-Theresia Schule.9 Unterdessen wurde die Situation für Juden in der Stadt immer schwieriger, da sie durch eine Vielzahl antijüdischer Gesetzen enteignet wurden. Dazu zählte im Jahre 1938 auch Karl Wassermann. Nach der vollständigen Auflösung der Firma und der kurzzeitigen Inhaftierung von Karl Wassermann10, entschied sich sein Sohn Heinz in die USA auszuwandern.11 Das Haus in dem die Wassermanns wohnten in der Hallstraße 14 wurde zu einem sog. Judenhaus umfunktioniert, in dem zahlreiche jüdische Familien auf engstem Wohnraum zusammen leben mussten.12 Seine Tochter Margarete wanderte ein Jahr später nach England und schließlich in die USA aus.13

Seine Ehefrau Jenny musste in der Ballonfabrik Augsburg Zwangsarbeit verrichten14, bis letztendlich alle Bewohner des sog. Judenhauses einschließlich Karl und Jenny im März 1943 nach Auschwitz deportiert wurden.15 Das Ehepaar wurde dort ermordet.16

Die Biografie wurde von Laura Bauer, Elisabeth Hilgenfeld und Sabrina Hoch im Rahmen des Arbeitskreises „Biografierecherche“ der 10. Klasse des Maria-Theresia-Gymnasiums Augsburg im Schuljahr 2016/2017 erarbeitet.

  1. Gernot Römer (Hg.), „An meine Gemeinde in der Zerstreuung.“ Die Rundbriefe des Augsburger Rabbiners Ernst Jacob 1941–1949 (Material zur Geschichte des Bayerischen Schwaben, Bd. 29), Augsburg 2007, S. 274.
  2. Ebd.
  3. StadtAA, MB Bernhard Wassermann.
  4. StadtAA, MB Karl Wassermann.
  5. Gernot Römer (Hg.), 2007, S. 274.
  6. StadtAA, MB Karl Wassermann.
  7. StadtAA, GK Karl Wassermann.
  8. Ebd.
  9. http://www.datenmatrix.de/projekte/hdbg/spurensuche/index_extern.html.
  10. StadtAA, GK Karl Wassermann.
  11. Gernot Römer (Hg.), 2007, S. 274.
  12. Ebd.
  13. Ebd.
  14. Ebd.
  15. Ebd.
  16. StadtAA MK Karl Wassermann; https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de986379; https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de986359.

Stadtarchiv Augsburg (StadtAA)
Meldebogen (MB):
– Bernhard Wassermann
– Karl Wassermann

Meldekartei (MK):
– Karl Wassermann

Gewerbekartei (GK):
– Karl Wassermann

Adreß-Buch der Stadt Augsburg 1895, Augsburg 1895.

Adreß-Buch der Stadt Augsburg 1904, Augsburg 1904.

Adreß-Buch der Stadt Augsburg 1914, Augsburg 1914.

Einwohnerbuch der Stadt Augsburg 1932, Augsburg 1932.

Einwohnerbuch der Stadt Augsburg 1935, Augsburg 1935.

Einwohnerbuch der Stadt Augsburg 1937, Augsburg 1937.

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de986379

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de986359

http://www.datenmatrix.de/projekte/hdbg/spurensuche/index_extern.html

Gernot Römer (Hg.), „An meine Gemeinde in der Zerstreuung.“ Die Rundbriefe des Augsburger Rabbiners Ernst Jacob 1941–1949 (Material zur Geschichte des Bayerischen Schwaben, Bd. 29), Augsburg 2007.