Justus Bendit. (Memorbuch für die Fürther Opfer der Shoah)

Justus Bendit

Geboren: 25.03.1867, Fürth (Mfr.)

Gestorben: 14.02.1944, Theresienstadt

Wohnorte

Fürth
Amberg
Fürth, Maxstraße 3
Augsburg, Gabelsbergerstraße 1
Augsburg, Gesundbrunnenstraße 3
Augsburg, Mozartstraße 7
Augsburg, Kaiserstraße 53

Orte der Verfolgung

Deportation
am 5. August 1942
von München-Milbertshofen
nach Theresienstadt

Weitere Informationen

Justus Bendit wurde am 25. März 1867 in Fürth als letztes von vier Kindern des Glasbelegers Moritz Bendit und seiner Frau Sofia geboren.1

Der jüdische Kaufmann und Handelsrichter Justus Bendit besaß einige Jahre ein Bücherversandgeschäft in Fürth.2

Am 24. Mai 1894 heiratete er Klara Löwy in Fürth.3 1896 wurde die erste Tochter Hildegard in Amberg geboren, Manfred, Bettina und Zerline folgten.4

Der Sohn Manfred fiel im Ersten Weltkrieg mit 20 Jahren im französischen Malanceurt, nachdem er drei Jahre zuvor das Eiserne Kreuz 2. Klasse für besondere Dienste im Gefecht erhalten hatte.5

Manfred Bendit zwischen seinen Schwestern Hilde und Bettina. (Jüdisches Museum Franken, Fürth)

 

Ab 1921 war Justus Bendit Mitinhaber der Metallwarenfabrik Stahl & Co in Fürth und ab 1926 führte er dort ein Geschäft für Tabakfabrikate.6 Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten bekam er umgehend deren antisemitische Ausgrenzungsmaßnahmen zu spüren. In der lokalen Presse wurde 1933 eine Boykottliste veröffentlicht, in der auch sein Geschäft “ Justus Bendit, Tabakwaren, Marienstraße 7″ genannt wird.7 Es besteht die Möglichkeit, dass aufgrund des so erzeugten wirtschaftlichen Drucks das Geschäft im Oktober 1933 auf Eugen Lägel überschrieben wurde.8

Nach dem Tod seiner Frau Klara zog Justus Bendit 1934 zu seiner Tochter und ihrem Ehemann Heinrich Neuburger nach Augsburg in die Gabelsbergerstraße 1.9 Dann folgte der Umzug in den dritten Stock der Gesundbrunnenstraße 3.10

Die Töchter Bettina und Hildegard konnten 1939 mit ihren Ehemännern und Justus Enkeln Ilse Senta,  Lotte und Susan nach Amerika emigrieren.11

Sein letzter Wohnort in Augsburg war ab 1941 in der Kaiserstraße 53, heute Konrad- Adenauer- Allee.12

Am 5. August 1942 wurde Justus Bendit mit dem Transport II/22 Nummer 1081 von München- Milbertshofen nach Theresienstadt gebracht.13 Dort war seine Nichte Selma Grünfeld bei ihm, die auch nach Theresienstadt deportiert worden war.14

Am 15. Februar 1944 starb Justus Bendit, angeblich an einer Sepsis.15

Die Biografie wurde von Sonja Konheisner, Elena Lidl und Anna Nerlich im Rahmen des Arbeitskreises „Biografierecherche“ der 10. Klasse des Maria-Theresia-Gymnasiums Augsburg im Schuljahr 2016/2017 erarbeitet.

  1. https://www.geni.com/people/Justus-Bendit/6000000047285887096; https://www.juedische-fuerther.de/index.php/memorbuch-opfer-der-shoah/opfer/opfer-b.
  2. Ebd.
  3. Ebd.
  4. Ebd.
  5. https://fiorda14-18.com/manfred-bendit/.
  6. https://www.juedische-fuerther.de/index.php/memorbuch-opfer-der-shoah/opfer/opfer-b.
  7. Ebd.
  8. Ebd.
  9. Einwohnerbuch der Stadt Augsburg 1934, Augsburg 1934, S. 138; Einwohnerbuch der Stadt Augsburg 1935, Augsburg 1935, S. 29.
  10. Einwohnerbuch der Stadt Augsburg 1938, Augsburg 1938.
  11. Gernot Römer (Hg.), „An meine Gemeinde in der Zerstreuung.“ Die Rundbriefe des Augsburger Rabbiners Ernst Jacob 1941–1949 (Material zur Geschichte des Bayerischen Schwaben, Bd. 29), Augsburg 2007, S. 318; https://www.geni.com/people/Bettina-Weinberg/6000000051650796865.
  12. http://www.statistik-des-holocaust.de/II22-2.jpg.
  13. https://www.holocaust.cz/de/opferdatenbank/opfer/3502-justus-bendit/; https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de839356.
  14. https://www.juedische-fuerther.de/index.php/memorbuch-opfer-der-shoah/opfer/opfer-b.
  15. https://www.holocaust.cz/de/opferdatenbank/opfer/3502-justus-bendit/; https://namesfs.yadvashem.org/YADVASHEM/23030920_284_5392/100.jpg; https://www.juedische-fuerther.de/index.php/memorbuch-opfer-der-shoah/opfer/opfer-b.

Einwohnerbuch der Stadt Augsburg 1934, Augsburg 1934.

Einwohnerbuch der Stadt Augsburg 1935, Augsburg 1935.

Einwohnerbuch der Stadt Augsburg 1938, Augsburg 1938.

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de839356

https://fiorda14-18.com/manfred-bendihttps://www.geni.com/people/Bettina-Weinberg/6000000051650796865

https://www.holocaust.cz/de/opferdatenbank/opfer/3502-justus-bendit/

https://www.juedische-fuerther.de/index.php/memorbuch-opfer-der-shoah/opfer/opfer-b

http://www.statistik-des-holocaust.de/II22-2.jpghttps://namesfs.yadvashem.org/YADVASHEM/23030920_284_5392/100.jp

Gernot Römer (Hg.), „An meine Gemeinde in der Zerstreuung.“ Die Rundbriefe des Augsburger Rabbiners Ernst Jacob 1941–1949 (Material zur Geschichte des Bayerischen Schwaben, Bd. 29), Augsburg 2007.