Fanny Mändle, geb. Marx

Geboren: 11.07.1874, Züntersbach (Hessen)

Gestorben: Datum nicht bekannt, Auschwitz

Wohnorte

Züntersbach
Kriegshaber, Ulmer Straße 178
Augsburg
, Hallstraße 14

Orte der Verfolgung

Deportation
am 6. August 1942
von München-Milbertshofen
nach Theresienstadt

Weitertransport
am 18. Mai 1944
nach Auschwitz

Weitere Informationen

Fanny Mändle, geb. Marx

Kindheit und Familie

Fanny Mändle wurde als zweites von drei Kindern in die Händlerfamilie Marx in Züntersbach geboren. Neben ihren beiden leiblichen Geschwistern, ihrem älteren Bruder Salomon und ihrer jüngeren Schwester Lina, hatte sie vier Halbgeschwister aus der ersten Ehe ihres Vaters, Regina, Mindel, Schanet und Malche, die jedoch alle im Kindesalter verstarben1, weshalb weder Fanny noch ihre Geschwister sie je kennengelernt haben.

Die erste Ehefrau von Fannys Vater Meier Marx war Esther Marx, die unter dem Namen Ehrlich am 24.2.1838 in Schlüchtern geboren wurde und 1869 in Züntersbach verstarb.2 Daraufhin heiratete der Warenhändler Ernestine Oberdorfer3, die am 28.4.1838 in Wallerstein in Bayern geboren wurde.4

Ernestine brachte drei Kinder zur Welt, zunächst Salomon, am 26.5.1873 in Züntersbach, dann Fanny, am 11.7.1874 an ebendiesem Ort, und zuletzt Lina, am 13.7.1880 in Wallerstein, Bayern.5 Das Ehepaar Marx zog noch vor Linas Geburt mit der Familie nach Wallerstein, wo Meier Marx am 12.1.1906 mit 68 Jahren6 und Ernestine Marx mit 87 Jahren am 14.6.1925 verstarben.7 Beide sind auf dem dortigen Friedhof bestattet.8

Fannys Schwester Lina heiratete 1901 in Wallerstein den Kaufmann Gabriel Süß-Schülein, mit dem sie ihren Sohn Siegfried am 31.1.1903 bekam.9 Sie lebte, genau wie ihr Sohn, in Stuttgart, bis sie 1942 nach München und anschließend in das Ghetto Piaski in Polen deportiert und dort ermordet wurde. Linas Ehemann Gabriel ist verschollen, ein Todesdatum ist nicht bekannt.10 Ihr Sohn Siegfried Süß-Schülein, Fannys Neffe, war wie sein Vater Kaufmann und heiratete Selma Meyer.11 Er wurde 1941 von Stuttgart in das Lager Jungfernhof in Lettland, dann nach Kaunas in Litauen und letztendlich 1944 nach Dachau deportiert, wo sein Tod auf 1945 datiert wurde.12

Ehe mit David Mändle

Mit 24 Jahren heiratete Fanny am 31.7.1898 in Kriegshaber den 27-jährigen Juden David Mändle, geboren am 14.7.1871 in Kriegshaber.13 Fannys Bruder Salomon, der zu diesem Zeitpunkt in Oberlangenstadt im Landkreis Kronach lebte, war ihr Trauzeuge14, was auf eine sehr gute und innige Beziehung zwischen den Geschwistern und David schließen lässt.

David Mändle war ein erfolgreicher Kaufmann, somit verfügten Fanny und er über ein gutes Auskommen, wie in den Auflistungen ihres Besitzes in den Wiedergutmachungsakten15 sichtbar wird.16 Laut diesen wohnten die beiden in einem Anwesen in der Ulmer Straße 178 in Kriegshaber, das aus einem Wohnhaus mit Laden, einer Werkstätte mit Lagerräumen, einem Hofraum und einem Garten zu 450 Quadratmetern bestand.17 Außerdem besaßen sie Wertpapiere in einem Schätzwert von mindestens 13.175 RM, Schmuckgegenstände wie Goldringe und goldene Uhren18 sowie ein weiteres Haus in der Bahnhofstraße 7 in Augsburg19, dessen Erdgeschoss die Familie als Verkaufsraum nutzte. Dieses Haus umfasste zwei zusätzliche Lagerhäuser, eine Werkstätte, ein Waschküchengebäude und einen Hofraum zu 860 Quadratmetern. Der Kaufpreis beider Grundstücke betrug 201.300 RM.20

Zu Davids Tätigkeit als Inhaber einer Möbelfirma kamen das Ansehen und die Bekanntheit der Familie Mändle, die auf eine lange Geschichte als Händlerfamilie im bayerischen Raum zurückblicken konnte. 21

Familiengeschichte Mändle

Der Ursprung dieser Erfolgsgeschichte lag bei Josef Mändle und seinem Schwiegersohn Josef Neuburger, die für das Augsburger Dragonerregiment im Jahre 1714 neue Pferde und Ausrüstung beschafften, als beides demselben im Spanischen Erbfolgekrieg gestohlen wurde. Von da an belieferte die Familie Mändle den kurbayerischen und württembergischen sowie den kaiserlichen Hof.22 Das Ansehen der Mändles als Pferdelieferanten wird 1741 sichtbar, als der Rat der Stadt Augsburg der Mändl’schen Handelskompanie eine Niederlassung in der Stadt gewährt. Anders als andere jüdische Händler erhielten die Mändles dabei nicht nur das Recht, ihren Besitz in den Magazinen der Stadt zu verstauen, sie sollten darüber hinaus „gleich anderen fremden Gästen in offenem Wirtshause beysammen logieren23.

Der Gründer dieser Handelsgesellschaft, die im 18. Jahrhundert große Bekanntheit erlangte, war Abraham Mändle24, auch Mendle geschrieben. Er war Josef Mändles Sohn und wurde auf Empfehlung zum Pferdehändler, später sogar zum „Hoflieferanten der Herzöge in München“.25

Als Abraham 1744 aus der Stadt ausgewiesen werden sollte, setzte sich der wittelsbachische Kurfürst Max III. Joseph für eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung der Kompanie in Augsburg ein. Dieser Antrag wurde jedoch abgewiesen.26 Schließlich ernannte ebendieser Kurfürst die Brüder Abraham und Moses Mändle 1755 in Kriegshaber zu Hoffaktoren. Da sie nun zu der sozialen Elite des sogenannten Hofjudentums zählten, erhielten sie Privilegien und übernahmen Großaufträge für den bayerischen und württembergischen Hof.27 Dabei wurden sie von dem bayerischen Kurfürsten Max Emanuel unterstützt, der Beschwerde-Briefe an die Stadt Augsburg aufsetzte, wenn die Pferdehändler in irgendeiner Weise behindert wurden.28

Die Familie Mändle erwarb sich im Laufe der Zeit großes Ansehen und zählte schon bald zu den wohlhabenden jüdischen Familien. Darüber hinaus galt sie als „der bedeutendste Familienzweig unter den Kriegshaber Viehbauern“.29

Fanny Marx-Mändle wurde demzufolge mit ihrer Hochzeit ein Mitglied dieser sehr angesehenen und respektierten Familie, die, neben ihren zahlreichen Diensten für die jeweiligen Machthaber in der Vergangenheit, auch zu Fannys Lebzeiten weiterhin im Handel tätig war. Dies mag einer der Gründe gewesen sein, weshalb Fanny sich, trotz ihrer jüdischen Herkunft, zu Beginn der NS-Verfolgungen zunächst in Sicherheit wähnte und sich somit zu spät zur Flucht entschied.

Kinder und Familie

Ein Jahr nach ihrer Hochzeit brachte Fanny ihren ersten Sohn, Julius, am 7.8.1899 in Augsburg zur Welt. Den zweiten Sohn, Siegfried, bekam Fanny am 3.10.1900 und zwei Jahre später ihren Jüngsten, Fritz, am 30.2.190230 in Kriegshaber.31

Julius studierte Medizin in München und zog danach als Berufsanfänger durch Deutschland. So kam er zum Beispiel von Erlangen über Würzburg, Freiburg und Berlin, 1929 nach Köln.32 Dort ließ er sich nieder und arbeitete als Psychiater in Köln in der Riehler Straße 21.33 Er heiratete Ida Luchs, mit der er seine Tochter Ruth, Fannys zweite Enkeltochter, bekam.34

Fannys zweiter Sohn Siegfried wurde wie sein Vater Kaufmann und zog unter anderem 1918 nach Erfurt, 1921 nach Worms und kam schließlich wieder nach Augsburg zurück.35 Er heiratete im Mai 1929 Rita Lichtenstätter, die im folgenden Jahr am 3.6.1930 in Augsburg eine Tochter Brigitte zur Welt brachte, Fannys erste Enkelin.36 Diese heiratete später Harold Richard Freidin.37 Aus einem Interview des National Holocaust Memorial Museum mit Brigitte Freidin lässt sich entnehmen, dass sie eine sehr enge Beziehung zu ihrer Großmutter Fanny pflegte.38 Brigittes Vater Siegfried Mändle wurde nach dem Tod seines Vaters David Mändle Mitinhaber des Möbelgeschäfts Fannys und ihres Bruders Salomon Marx. Von 1938 bis 1940 war Siegfrieds Möbelladen gesondert im Haus angemeldet.39

Der jüngste Sohn Fannys, Fritz oder auch Friedrich Sigmund Mändle, war ebenfalls Kaufmann. Deshalb reiste er häufig über kürzere Zeiträume durch Deutschland, kehrte aber immer wieder nach Augsburg zurück.40 Er starb am 29.3.1926 im Alter von 24 Jahren in Kriegshaber, im Haus Ulmer Straße 17841, und wurde auf dem örtlichen Jüdischen Friedhof bestattet.42

Erster Weltkrieg

Wie viele andere junge Männer zogen auch Fannys drei Söhne sowie ihr Bruder in den Ersten Weltkrieg, um für ihr Land zu kämpfen. Siegfried meldete sich mit 17 Jahren, als er noch Kaufmannslehrling war, als Kriegsfreiwilliger und wurde zur Feldartillerie Ersatztruppenteile in das siebte bayerische Feldartillerie-Regiment43 geschickt, wo er, laut den Erzählungen seiner Tochter, im Stall Dung geschaufelt hat.44 Julius war in der Reichswehr Batterie Rosenbusch45, Friedrich in der Sanitätskompanie Nr. 21 München46 und Fannys Bruder Salomon leistete seinen Dienst vom 16.8.1916 bis zum 30.3.1918 in dem bayerischen Reserve-Feldartillerie Regiment No.1.47

Wie hier deutlich wird, haben sich viele Juden genauso wie nichtjüdische Bayern mit ihrem Land identifiziert, sodass sie bereit waren, sich auch als Kriegsfreiwillige für ihre Heimat einzusetzen. Sie dienten Seite an Seite mit anderen bayerischen Soldaten, ungeachtet ihres Glaubens. Dieses Engagement mag manche von ihnen zu Beginn der Verfolgungen durch die Nationalsozialisten noch geschützt haben, wurde jedoch später rasch vergessen.

Die Firma Möbel Mändle

Als Verkaufsraum für ihr Geschäft „Möbel Mändle“ kauften Fannys Bruder Salomon Marx und ihr Ehemann David 1907 das Wohn- und Geschäftshaus in der Bahnhofstraße 7, dessen Erdgeschoss sie als Laden für Möbel und Raumkunst verwendeten.48 Hierfür war Salomon Marx von Kriegshaber, welches früher eine selbstständige Gemeinde und nicht wie heute ein Stadtteil von Augsburg gewesen ist, im Januar 1907 in die Stadt Augsburg gezogen.49 Die beiden betrieben das Geschäft als Inhaber zu gleichen Teilen. Da diese Zusammenarbeit während Salomons Dienst als Soldat nicht möglich war, setzten sie sie fort, als dieser im September 1918 aus dem Kriegsdienst zurückkehrte.50 Neben dem gemeinsamen Laden in der Bahnhofstraße betrieb David ein zweites Geschäft in der Ulmer Straße 178, wo er Möbel, Spiegel- und Polsterwaren verkaufte.51

Als David Mändle am 25.8.1922 aufgrund eines Herzfehlers und Nierenleidens verstarb52, vererbte er seinen Haus- und Geschäftsanteil seiner Ehefrau Fanny. 53 Der Verstorbene wurde auf dem Jüdischen Friedhof Kriegshaber neben seinem Sohn Fritz bestattet.54

Von da an betrieben die Geschwister den Laden gemeinsam55 und Fanny wurde nicht nur zu einer respektierten Geschäftsfrau, sondern auch zum Familienoberhaupt der Mändles. So berichtet Fannys Enkelin Brigitte, dass sie das älteste Familienmitglied nach dem Tod ihres Mannes gewesen sei und somit „die große Matriarchin“, weshalb sie eine bedeutende Rolle im Familienleben gespielt habe.56

Der Aprilboykott

Schon zu Beginn der Regierungszeit der NSDAP setzten unkoordinierte Ausschreitungen gegenüber Juden ein. Da dem Volk das „Gefühl der unbedingten Sicherheit“57 gegeben werden sollte, wies Hitler die SA und SS an, solche „‚Einzelaktionen‘ zu unterlassen“. Die antisemitischen Unruhen fanden jedoch kein Ende, weshalb bei Beratungen auf Regierungsebene unter anderem die Maßnahme des vom 1. bis 3. April 1933 befristeten „Boykotts ‚jüdischer Geschäfte, jüdischer Waren, jüdischer Ärzte und jüdischer Rechts-anwälte‘“beschlossen wurde.58

Die Geschäfte Fannys und ihres Bruders standen auf einer Boykottliste. So wurde in einem Aufruf an die Bevölkerung Folgendes veröffentlicht: „Das gesamte deutsche Volk erhebt sich gegen dieses Verbrechertum und folgt dem Rufe der nationalen Regierung, indem es ab heute kein jüdisches Geschäft mehr betritt. Die zu boykottierenden Geschäfte sind: (…), Mändle (Möbel), (…)“.59

Auswirkungen der Nürnberger Gesetze

Die Ausgrenzung der Juden wurde nur zwei Jahre später, beim Inkrafttreten der Nürnberger Gesetze 1935, noch deutlicher. Den Juden wurden durch das „Reichsbürgergesetz“ jegliche Ansprüche auf die Bürgerschaft und damit verbundene politische Rechte entzogen, weil sie nicht als „Staatsangehörige deutschen oder artverwandten Blutes“60 definiert wurden und somit „keine Reichsbürger mehr sein durften“.

Dies hatte erhebliche Auswirkungen auf das berufliche Leben der Mändles. Durch die Kategorisierung der Menschen in Rassen kauften „arische“ Deutsche nicht mehr „beim Juden“, weshalb „die Wirtschaftstätigkeit (der jüdischen Verkäufer) (…) immer mehr auf die ‚nichtarische‘ Klientel zusammen(schrumpfte)“61. Somit setzte die „Arisierung“62 im Sinne der Nürnberger Gesetze zunächst schleichend ein.63

Das massive Ausmaß der „Arisierung“ traf auch Fanny immer stärker, die im Mai 1939 „wegen Druck und Zwang gegenüber Siegfried im KZ Dachau“64 ihr von ihrem Ehemann David ererbtes Anwesen in der Ulmer Straße 178 auf Michael Rindle, einen Schreinermeister und Möbelhändler in Augsburg, übertragen musste. Darüber hinaus wurden ihr „alle übrigen Werte ab ’39 entzogen“65 So wurde sie unter anderem zur Ablieferung ihrer Schmuckgegenstände gezwungen, wozu in einer Akte des Bayerischen Hauptstaatsarchivs vermerkt ist, dass „Zwangsmaßnahmen gegen den von den Nürnberger Gesetzen betroffenen Personenkreis seinerzeit von der Staatspolizei durchgeführt“66 wurden.

Pogromnacht und die Folgen

Nach den Einschränkungen des beruflichen Lebens spitzte sich die Lage der Familie weiter zu. Ihren Höhepunkt fanden die antisemitischen Ausschreitungen in der Reichspogromnacht vom 9. November 193867, in der Synagogen niedergebrannt wurden und jüdische Geschäfte und Wohnhäuser von Vandalismus betroffen waren.68 Diesen Übergriffen fiel auch der gemeinsame Laden Fannys und ihres Bruders in der Bahnhofstraße 7 zum Opfer. Die Schaufenster des Möbelgeschäfts wurden von Nachbarn „mit antisemitischen Parolen beschmiert“69.

In der Nacht des 10. Novembers gegen 1:20 Uhr ging von Hitler ein Befehl an die Staatspolizeistellen heraus, laut dem „‚insbesondere wohlhabende‘ Juden zu verhaften und in Konzentrationslager zu verbringen“ seien. Es wurden in den folgenden Tagen etwa 30.000 Juden inhaftiert und in den Lagern „in unwürdigster Weise schikaniert […]“.70

Eines dieser Opfer war Siegfried Mändle, Fannys Sohn. Dieser wurde laut seiner Tochter Brigitte Freidin morgens um sieben Uhr von zwei SS-Männern abgeholt und nach Dachau gebracht, wo das dortige Lager zu dieser Zeit unter anderem als Camp für Kriminelle und politische Gefangene fungierte. Da er freiwilligen Dienst im ersten Weltkrieg geleistet hatte, eine lange Familiengeschichte in Deutschland und eine Auswanderungsnummer besessen hatte, wurde er, laut Brigitte, später wieder frei gelassen. Er sei in Streifenuniform, mit rasiertem Kopf und Jahre älter aussehend wieder zurückgekommen, worauf er als erstes seine Mutter Fanny angerufen habe. Danach sei er nie wieder derselbe gewesen und habe Schwierigkeiten gehabt, sich in sein späteres Leben einzufinden.71

Auch Fannys zweiter Sohn Julius wurde während des Novemberpogroms 1938 kurzzeitig in Dachau in „Schutzhaft“ genommen.72 Die Übergriffe auf ihre Söhne mögen unter anderem dazu geführt haben, dass Fanny Mändle mit ihrem Bruder Salomon 1938 ihre Auswanderung plante.73

Auswanderung und Enteignung

Siegfrieds Entlassung aus Dachau erfolgte unter der Bedingung, Deutschland innerhalb von drei Wochen zu verlassen. Da seine Nachbarn ihn gewarnt hätten, dass er für immer im Camp bleiben müsse, wenn er nicht gehe, wanderten er, seine Frau und seine Tochter Brigitte Freidin bereits nach zwei Wochen nach England aus, um dort auf die Auswanderungsnummer in die USA zu warten.74 So zog Siegfried mit seiner Familie zunächst nach London und dann weiter nach New York, weil dort der Bruder seiner Frau lebte.75

Neben Siegfried floh auch sein Bruder Julius mit der Familie 1940 nach Rio De Janeiro in Brasilien und zog später weiter nach Sao Paulo, wo er den Rest seines Lebens verbrachte und 1968 verstarb.76

Da außer Fanny und ihrem Bruder kein nahes Familienmitglied zurückgeblieben war, wollten sie wohl die geplante Auswanderung in die Tat umsetzen. Hierfür mussten sie jedoch die geforderte „Reichsfluchtsteuer“77 bezahlen. Da Fanny und Salomon zusätzlich seit März 1941 die „Sozialausgleichsabgabe“, eine jüdische Sondersteuer, und die „Judenvermögensabgabe“ bezahlen mussten, konnten sie, wie Fanny in einem Brief an die Stadt schrieb, „die Mittel hierzu (zu der Auswanderung) nicht beschaffen“, weshalb sie gezwungen waren, ihr Haus in der Bahnhofstraße 7 zu verkaufen.78 Als im selben Jahr der sog. Judenstern eingeführt wurde, war Fanny gezwungen diesen zu tragen, da sie als „Volljüdin“ galt79, also von mindestens drei jüdischen Großeltern abstammte. 80 Das zum Verkauf angebotene Haus wurde nach langen Verhandlungen 1942 von der Stadt erworben81, da es im Areal der „Gauhauptstadt“-Planung gelegen habe.82

Den Verkaufserlös erhielten Fanny und ihr Bruder Salomon Marx jedoch nicht. Der Betrag von 79.400 RM wurde im November 1942, nach ihrer Deportation, „auf Grund Verfalls des Vermögens von der Verfolgten Fanny Mändle vom Deutschen Reich entzogen“83.84

Als die systematischen Deportationen einsetzten, wurden die Geschwister im April 1942 in die Hallstraße 14, ein sogenanntes „Judenhaus“, eingewiesen.85 Kurz vor ihrer Umsiedlung in dieses Haus mussten sie ihr gesamtes Vermögen unter Druck abgeben, wozu restliche Schmuck- und Wertgegenstände, Erlöse aus Verkäufen und zuletzt auch Aktien und Wertpapiere zählten.86

Das seit 1939 als „Judenhaus“ fungierende Gebäude in der Hallstraße 14 war ehemaliger jüdischer Besitz. Es wurde 1938 von den beiden jüdischen Händlern Karl Wassermann und Max Schwab erworben87, als der vorherige Besitzer Emanuel Polatschek das Haus vor der Emigration mit seiner Familie verkaufte.88 Die beiden Inhaber des Bekleidungsgeschäfts „Pflaunlacher und Schwab“ nutzten die Hallstraße 14 als Wohnhaus, bis sie noch im selben Jahr von der Firma und ihrem neu erworbenen Gebäude enteignet wurden.89 Zwischen 1939 und 1943 lebten in dem Haus bis zu 20 jüdische Familien auf engstem Raum.90 30 jüdische Bürger wurden von dort aus deportiert, von denen keiner überlebte.91

Zwangsumsiedelung, Zwangsarbeit, Deportation und Ermordung

Während die Geschwister dort untergebracht waren, musste Fanny vom 6.7. bis zum 23.7.1942 Zwangsarbeit in der Ballonfabrik Riedinger leisten92, bis sie und Salomon am 6.8.1942 von München aus nach Theresienstadt deportiert wurden.93

Dort starb Salomon zwei Monate später, am 26.10.1942, laut seiner Todesfallanzeige, um 8:30 Uhr in seinem Zimmer an „Darmkatharrh Enteritis (sic!)“94, also an Darmentzündung. Es ist anzunehmen, dass Salomon Marx, wie etwa ein Viertel der ins Lager in Theresienstadt deportieren Gefangenen, aufgrund der dortigen katastrophalen Lebensbedingungen starb. So waren im September 1942 bereits über 58.000 Menschen auf einem Raum untergebracht, auf dem zuvor 7.000 Einwohner lebten.95

Am 18.5.1944 wurde Fanny von Theresienstadt ins Vernichtungslager in Auschwitz deportiert, wo sie wohl in einer Gaskammer getötet wurde.96 Sie war bei ihrer zweiten Deportation fast 70 Jahre alt; ihr Todeszeitpunkt wurde ohne weitere Anhaltspunkte auf den 8.5.1945 geschätzt.97 Fannys Familie glaubte jedoch lange, dass sie bereits drei Jahre früher in Theresienstadt gestorben sei, da bei den Wiedergutmachungsverfahren zunächst „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit angenommen (wurde), dass sie nach ihrer Ankunft im KL (Konzentrationslager) Theresienstadt alsbald umgekommen ist. Dass sie infolge ihres hohen Alters noch längere Zeit am Leben gewesen wäre, (sei) unwahrscheinlich“98.

Die Hinterbliebenen

Fannys Enkelin Brigitte Freidin berichtete, sie habe nach dem Krieg ein Telegramm vom Roten Kreuz bekommen, durch das die Hinterbliebenen darüber informiert worden wären, dass Fanny Mändle in Auschwitz umgekommen sei. Daraufhin habe Brigitte nach Dokumenten im Holocaust Museum gesucht und Kopien der Aufzeichnungen über den Tod ihrer Großmutter „in den Büchern der Deutschen“ gefunden. Die Familie habe zwar während des Krieges vermutet, dass alle europäischen Familienmitglieder getötet worden waren, aber erst nach dem Telegramm, und als die Nachrichten und Bilder aus den Camps sie erreicht hatten, hätten sie Sicherheit gehabt.99

Brigitte besuchte nach dem Tod ihrer Großmutter, laut ihren Erzählungen, noch ein weiteres Mal Augsburg. Dort sei sie auf den ehemaligen Anwalt ihres Vaters getroffen, welcher ihr sofort angeboten habe, sie herum zu führen. Als sie zu ihrem ehemaligen Haus gekommen seien, hätte sie jedoch die Führung abbrechen müssen. Daraufhin habe sie Deutschland schnell wieder verlassen.100

Später leitete Brigittes Vater Siegfried Mändle gemeinsam mit seinem Bruder Julius ein Wiedergutmachungsverfahren ein, also einen Antrag auf Entschädigung, unter anderem für den Schaden an Freiheit und Eigentum ihrer Mutter Fanny, woraufhin sie das Anwesen in der Ulmer Straße 178 zurückerhielten.101 Nach längeren Verhandlungen ging 1950 auch Fanny Mändles und Salomon Marx’ ehemaliges Haus in der Bahnhofstraße 7 zurück an die erbberechtigten Geschwister.102

Dies ist ein Auszug aus der Biografie, die von Laura Bauer, Schülerin des Oberstufenjahrgangs 2017/2019 am Maria-Theresia-Gymnasium Augsburg, im Rahmen des W-Seminars „Opfer des Nationalsozialismus im Großraum Augsburg“ im Fach Geschichte erarbeitet wurde.

  1. Dr. Eckhard Föhl, Thomas: Fanny Mändle (Marx). https://www.geni.com/people/Fanny-Mändle/6000000036871175978 (aufgerufen am 23.08.2018).
  2. Dr. Eckhard Föhl, Thomas: Esther Marx (Ehrlich). https://www.geni.com/people/Esther-Marx/6000000039151976981 (aufgerufen am 23.08.2018).
  3. Dr. Eckhard Föhl, Thomas: Meier Marx. https://www.geni.com/people/Meier-Marx/6000000036871305043 (aufgerufen am 19.10.2018).
  4. Dr. Eckhard Föhl, Thomas: Esther (Ernestine) Marx (Oberdorfer). https://www.geni.com/people/Esther-Ernestine-Marx/6000000036871183967 (aufgerufen am 23.08.2018).
  5. Ebd.
  6. Dr. Eckhard Föhl, Thomas: Meier Marx. https://www.geni.com/people/Meier-Marx/6000000036871305043 (aufgerufen am 23.10.2018).
  7. Dr. Eckhard Föhl, Thomas: Esther (Ernestine) Marx (Oberdorfer). https://www.geni.com/people/Esther-Ernestine-Marx/6000000036871183967 (aufgerufen am 23.10.2018).
  8. Harburg Project: Wallerstein Jewish Cemetery Grave List. www.alemannia-judaica.de/images/HarburgProject/Wallerstein%20Cemetery%20Gravelist%20a.doc. Meier Ben Schlomo Marx, nr 235 year 5666-H. Esther Bat Meir Marx, nr 991 year 5685-H. 2.10.2018.
  9. Dr. Eckhard Föhl, Thomas: Siegfried Süß-Schülein. https://www.geni.com/people/Siegfried-Süß-Schülein/6000000036871062568 (aufgerufen am 19.10.2018).
  10. Dr. Eckhard Föhl, Thomas: Lina Süß-Schülein (Marx). https://www.geni.com/people/Lina-Süß-Schülein/6000000036870844117. (aufgerufen am 23.08.2018).
  11. Yad Vashem: Siegfried Süss Schülein. Gedenkblatt, eingereicht von Werner Grube. http://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=de&itemId=3627877&ind=0 (aufgerufen am 23.08.2018).
  12. Yad Vashem: Siegfried Süss Schülein. Liste von ermordeten Juden aus Deutschland. http://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=de&itemId=11644980&ind=1 (aufgerufen am 23.08.2018)
  13. StadtAA, Standesamt Kriegshaber, Reg. Nr. 15/1898.
  14. Ebd.
  15. Wiedergutmachung: Der finanzielle Ausgleich für die Schäden an Leben, Körper, Gesundheit, Freiheit, Eigentum, Vermögen, im beruflichen oder wirtschaftlichen Fortkommen, die durch religiös, rassistisch oder politisch begründete Verfolgungsmaßnahmen unter dem Nationalsozialismus verursacht wurden. (Lexikographisches Institut, München: Das Bertelsmann Lexikon. Band 24. Stuttgart 1996, S. 10713 f.).
  16. StAA, Wiedergutmachungsbehörde A-Akten 1062 und 807.
  17. StAA, Wiedergutmachungsbehörde A-Akten 807.
  18. StAA, Wiedergutmachungsbehörde A-Akten 807.
  19. StAA, Wiedergutmachungsbehörde A-Akten 1062.
  20. StaatsAA, Wiedergutmachungsbehörde A-Akten 1062.
  21. E-Mail von Yehuda Shenef, Jüdisch Historischer Verein Augsburg am 20.4.2018.
  22. Gernot Römer, Schwäbische Juden. Leben und Leistungen aus zwei Jahrhunderten in Selbstzeugnissen, Berichten und Bildern, Augsburg 1990, S. 147 f.
  23. Anke Joisten-Pruschke, Geschichte der Juden in Augsburg 1750-1871, in: Rolf Kießling (Hg.), Neue Forschungen zur Geschichte der Stadt Augsburg. Band 12, Augsburg 2011, S. 292 f.
  24. Rolf Kießling, Judengemeinden in Schwaben im Kontext des Alten Reiches, Berlin 1995, S. 118 f.
  25. Yehuda Shenef, Das Haus der drei Sterne. Die Geschichte des jüdischen Friedhofs von Pfersee, Kriegshaber und Steppach bei Augsburg, in Österreich, Bayern und Deutschland, Friedberg 2013, S. 82.
  26. Anke Joisten-Pruschke, Ausgburg 2011, S. 293.
  27. Benigna Schönhagen (Hg.), Eine Erinnerung ist eine Erinnerung ist eine Erinnerung? Judaica aus dem Umfeld der Synagoge Kriegshaber. Augsburg 2018, S. 44 f.
  28. Rolf Kießling, Berlin 1995, S. 123 f.
  29. Yehuda Shenef, Kriegshaber in Bildern. Am Straßenrand der Weltgeschichte, Augsburg 2016, S. 63, 65.
  30. StadtAA, MK Fritz Sigmund Mändle.
  31. Dr. Eckhard Föhl, Thomas: Fanny Mändle (Marx). https://www.geni.com/people/Fanny-Mändle/6000000036871175978 (aufgerufen am 23.10.2018).
  32. StadtAA, MK Julius Mändle.
  33. Werner Jung, NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln, Jahresbericht 2016, S. 111. http://www.museenkoeln.de/downloads/nsd/Jahresbericht-2016_web.pdf (aufgerufen am 23.08.2018).
  34. Dr. Eckhard Föhl, Thomas: Dr. med. Julius Mändle. https://www.geni.com/people/Dr-med-Julius-Mändle/6000000036871043624 (aufgerufen am 19.10.2018).
  35. StadtAA, MK Siegfried Mändle.
  36. Ebd.
  37. Dr. Eckhard Föhl, Thomas: Brigitte Freidin. https://www.geni.com/people/Brigitte-Freidin/6000000036873408826 (aufgerufen am 23.08.2018).
  38. Finder: Interview Brigitte Freidin. https://collections.ushmm.org/search/catalog/irn508463, S. 6, 17.
  39. StAA, Wiedergutmachungsbehörde A-Akten 807.
  40. StadtAA, MK Fritz Sigmund Mändle.
  41. StadtAA, MK Fritz Sigmund Mändle.
  42. Alois Gumpinger, Die Gräber im Friedhof der jüdischen Gemeinde in Augsburg-Kriegshaber Hooverstraße 15, http://www.heinz-wember.de/kriegshaber/Quellen/FriedhofJuden.htm. Grab 162 Reihe 11 (aufgerufen am 23.8.2018).
  43. BayHStA, Abt. IV Kriegsarchiv, Siegfried Mändle in Kriegsranglisten und -stammrollen des Königreichs Bayern, 1. Weltkrieg 1914-1918, eingesehen bei www.ancestry.de.
  44. Finder: Interview Brigitte Freidin, https://collections.ushmm.org/search/catalog/irn508463, S. 3.
  45. StadtAA, MK Julius Mändle
  46. StadtAA, MK Fritz Sigmund.
  47. StadtAA, MB Salomon Marx.
  48. Winfried Nerdinger (Hg.), Bauten erinnern. Augsburg in der NS-Zeit, Berlin 2012, S. 191.
  49. StadtAA, MB Salomon Marx.
  50. Ebd.
  51. Winfried Nerdinger, Berlin 2012, S. 191.
  52. StadtAA, Leichenschauscheine, Reg. Nr. 1583/1922.
  53. Winfried Nerdinger, Berlin 2012, S. 191.
  54. Alois Gumpinger, Die Gräber im Friedhof der jüdischen Gemeinde in Augsburg-Kriegshaber Hooverstraße 15, http://www.heinz-wember.de/kriegshaber/Quellen/FriedhofJuden.htm. Grab 162 Reihe 11 (aufgerufen am 23.8.2018).
  55. StAA, Wiedergutmachungsbehörde A-Akten 1062.
  56. Finder: Interview Brigitte Freidin, https://collections.ushmm.org/search/catalog/irn508463, S. 17.
  57. Ludolf Herbst, Das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945. Die Entfesselung der Gewalt: Rassismus und Krieg, Frankfurt am Main 1999, S. 75.
  58. Ebd.
  59. Karl Filser/Hans Thieme (Hg.), Hakenkreuz und Zirbelnuß. Augsburg im Dritten Reich, Bindlach 1993, S. 42.
  60. Ludolf Herbst, Frankfurt am Main 1999, S. 150.
  61. Ebd., S. 201.
  62. Arisierung: In der nationalsozialistischen Terminologie die Verdrängung der Juden aus der deutschen Wirtschaft; diente der privaten Bereicherung von NS-Funktionären und der Beseitigung unliebsamer Konkurrenz in Handel, Gewerbe, Wissenschaft. (Lexikographisches Institut, München: Das Bertelsmann Lexikon. Band 2. Stuttgart 1994, S. 577.).
  63. Ludolf Herbst, Frankfurt am Main 1999, S. 202 f.
  64. StAA, Wiedergutmachungsbehörde A-Akten 807.
  65. StAA, Wiedergutmachungsbehörde A-Akten 807.
  66. BayHStA, LEA 24112.
  67. Ludolf Herbst, Frankfurt am Main 1999, S. 207.
  68. Evelyn Heid, Emigration in der NS-Zeit. Jüdische Auswanderung, https://www.auswanderung-rlp.de/emigration-in-der-ns-zeit/allgemeines-juedische-auswanderung.html, (aufgerufen am 25.10.2018.
  69. Winfried Nerdinger, Berlin 2012, S. 191.
  70. Ludolf Herbst, Frankfurt am Main 1999, S. 208.
  71. Finder: Interview Brigitte Freidin, https://collections.ushmm.org/search/catalog/irn508463, S. 12 f.
  72. Karl Filser und Hans Thieme (Hg.), Bindlach 1993, S. 42.
  73. Winfried Nerdinger, Berlin 2012, S. 190.
  74. Finder: Interview Brigitte Freidin, https://collections.ushmm.org/search/catalog/irn508463, S. 13.
  75. Finder: Interview Brigitte Freidin, https://collections.ushmm.org/search/catalog/irn508463, S. 17.
  76. Dr. Eckhard Föhl: Julius Mändle, Dr. med. https://www.geni.com/people/Julius-Mändle-Dr-med/6000000036871043624 (aufgerufen am 23.8.2018).
  77. Reichsfluchtsteuer: Im Deutschen Reich 1931 eingeführte und bis 1945 erhobene Steuer auf das Vermögen von Auswanderern. (Lexikographisches Institut, München: Das Bertelsmann Lexikon. Band 18. Stuttgart 1996, S. 8106.).
  78. StAA, Wiedergutmachungsbehörde A-Akten 1062.
  79. BayHStA, LEA 24112.
  80. Evelyn Heid, Emigration in der NS-Zeit. Jüdische Auswanderung, https://www.auswanderung-rlp.de/emigration-in-der-ns-zeit/allgemeines-juedische-auswanderung.html, (aufgerufen am 25.10.2018).
  81. Staatsarchiv Augsburg, Wiedergutmachungsbehörde A-Akten 1062.
  82. Winfried Nerdinger, Berlin 2012, S. 190.
  83. BayHStA, LEA 24112.
  84. StAA, A-Akten 1062.
  85. StadtAA, HB Hallstraße 14 B.
  86. StAA, A-Akten 807.
  87. Marina Bylinsky, Gespräch mit Frau Margarete Berlin, geb. Wassermann, am 14.7.2004 am MT, in: Peter Wolf (Hg.), Spuren. Die jüdischen Schülerinnen und die Zeit des Nationalsozialismus an der Maria-Theresia-Schule Augsburg. Ein Bericht der Projektgruppe »Spurensuche« des Maria-Theresia-Gymnasiums. Augsburg 2005, S. 52 ff.
  88. Winfried Nerdinger, Berlin 2012, S. 190.
  89. Marina Bylinski, Gespräch mit Frau Margarete Berlin, S. 52 ff.
  90. Angela Bachmair, Stadtplan der Opfer. Eine Führung zu Orten, an denen Augsburger Juden auf die Deportation warten mussten, https://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Stadtplan-der-Opfer-id35793592.html (aufgerufen am 23.8.2018).
  91. Winfried Nerdinger, Berlin 2012, S. 190.
  92. StadtAA, Liste der jüdischen Zwangsarbeiterinnen in der Ballonfabrik Augsburg.
  93. Yad Vashem: Liste von ermordeten Juden aus Deutschland, http://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=de&itemId=11587517&ind=4 (aufgerufen am 23.8.2018).
  94. Initiative Theresienstadt, Marx Salomon. Todesfallanzeige Ghetto Theresienstadt, https://www.holocaust.cz/de/datenbank-der-digitalisierten-dokumenten/dokument/84375-marx-salomon-todesfallanzeige-ghetto-theresienstadt/ (aufgerufen am 23.8.2018).
  95. Gemeinnütziger Verein für regionale Kultur- und Zeitgeschichte Gelsenkirchen, Ghetto Theresienstadt, http://www.gelsenzentrum.de/kz_theresienstadt_terezin.htm. (aufgerufen am 27.10.2018).
  96. Yad Vashem, Liste von ermordeten Juden aus Deutschland, (aufgerufen am 23.8.2018).
  97. StAA, A-Akten 807.
  98. BayHStA, LEA 24112.
  99. Finder: Interview Brigitte Freidin, https://collections.ushmm.org/search/catalog/irn508463, S. 17.
  100. Ebd.
  101. StAA, A-Akten 807.
  102. StAA, A-Akten 1062.

Bayerisches Hauptstaatsarchiv (BayHStA)
Landesentschädigungsamt (LEA):
– 24112

Bayerisches Hauptstaatsarchiv (BayHStA), Abt. IV Kriegsarchiv
Kriegsstammrollen (KStR; eingesehen bei www.ancestry.de):
– Siegfried Mändle

E-Mail von Yehuda Shenef, Jüdisch Historischer Verein Augsburg am 20.4.2018

Staatsarchiv Augsburg (StAA)
– Wiedergutmachungsbehörde A-Akten 1062 und 807.

Stadtarchiv Augsburg (StadtAA)
Hausbogen (HB):
– Hallstraße 14 B

– Leichenschauscheine, Reg. Nr. 1583/1922.

– Liste der jüdischen Zwangsarbeiterinnen in der Ballonfabrik Augsburg

Meldebogen (MB):
– Salomon Marx

Meldekarten (MK):
– Fritz Sigmund Mändle
– Dr. Julius Mändle
– Siegfried Mändle.

– Standesamt Kriegshaber, Reg. Nr. 15/1898

www.alemannia-judaica.de/images/HarburgProject/Wallerstein%20Cemetery%20Gravelist%20a.doc (aufgerufen am 02.10.2018)

https://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Stadtplan-der-Opfer-id35793592.html (aufgerufen am 23.8.2018)

https://www.auswanderung-rlp.de/emigration-in-der-ns-zeit/allgemeines-juedische-auswanderung.html (aufgerufen am 25.10.2018)

https://collections.ushmm.org/search/catalog/irn508463

http://www.gelsenzentrum.de/kz_theresienstadt_terezin.htm (aufgerufen am 27.10.2018)

https://www.geni.com/people/Brigitte-Freidin/6000000036873408826 (aufgerufen am 23.8.2018)

https://www.geni.com/people/Dr-med-Julius-Mändle/6000000036871043624 (aufgerufen am 19.10.2018)

https://www.geni.com/people/Esther-Ernestine-Marx/6000000036871183967 (aufgerufen am 23.8.2018)

https://www.geni.com/people/Esther-Marx/6000000039151976981 (aufgerufen am 23.8.2018)

https://www.geni.com/people/Fanny-Mändle/6000000036871175978 (aufgerufen am 23.8.2018)

https://www.geni.com/people/Lina-Süß-Schülein/6000000036870844117 (aufgerufen am 23.8.2018)

https://www.geni.com/people/Meier-Marx/6000000036871305043 (aufgerufen am 19.10.2018)

https://www.geni.com/people/Siegfried-Süß-Schülein/6000000036871062568 (aufgerufen am 19.10.2018)

http://www.heinz-wember.de/kriegshaber/Quellen/FriedhofJuden.htm (aufgerufen am 23.8.2018)

https://www.holocaust.cz/de/datenbank-der-digitalisierten-dokumenten/dokument/84375-marx-salomon-todesfallanzeige-ghetto-theresienstadt/ (aufgerufen am 23.8.2018)

http://www.museenkoeln.de/downloads/nsd/Jahresbericht-2016_web.pdf (aufgerufen am 23.8.2018)

http://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=de&itemId=11587517&ind=4  (aufgerufen am 23.8.2018)

http://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=de&itemId=3627877&ind=0 (aufgerufen am 23.8.2018)

Marian Bylinsky, Gespräch mit Frau Margarete Berlin, geb. Wassermann, in: Peter Wolf (Hg.), Spuren. Die jüdischen Schülerinnen und die Zeit des Nationalsozialismus an der Maria-Theresia-Schule Augsburg. Ein Bericht der Projektgruppe »Spurensuche« des Maria-Theresia-Gymnasiums. Augsburg 2005.

Lexikographisches Institut, München: Das Bertelsmann Lexikon. Band 2. Stuttgart 1994.

Karl Filser/Hans Thieme (Hg.), Hakenkreuz und Zirbelnuß. Augsburg im Dritten Reich. Bindlach 1993.

Ludolf Herbst, Das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945. Die Entfesselung der Gewalt: Rassismus und Krieg. Frankfurt am Main 1999.

Anke Joisten-Pruschke, Geschichte der Juden in Augsburg 1750-1871, in: Rolf Kießling (Hg.), Neue Forschungen zur Geschichte der Stadt Augsburg. Band 12. Augsburg 2011.

Rolf Kießling, Judengemeinden in Schwaben im Kontext des Alten Reiches. Berlin 1995.

Winfried Nerdinger, Bauten erinnern. Augsburg in der NS-Zeit. Berlin 2012.

Gernot Römer, Schwäbische Juden. Leben und Leistungen aus zwei Jahrhunderten in Selbstzeugnissen, Berichten und Bildern. Augsburg 1990.

Benigna Schönhagen (Hg.), Eine Erinnerung ist eine Erinnerung ist eine Erinnerung? Judaica aus dem Umfeld der Synagoge Kriegshaber. Augsburg 2018.

Yehuda Shenef, Das Haus der drei Sterne. Die Geschichte des jüdischen Friedhofs von Pfersee, Kriegshaber und Steppach bei Augsburg, in Österreich, Bayern und Deutschland. Friedberg 2013.

Yehuda Shenef, Kriegshaber in Bildern. Am Straßenrand der Weltgeschichte, Augsburg 2016.