Dr. Karl Lehrburger

Geboren: 06.07.1879 oder 07.07.1880, München

Gestorben: 12.04.1945, Haifa

Wohnorte

München
Augsburg, Kaiserstraße 43 1/2 (heute Konrad-Adenauer-Allee)
Haifa/Israel

Orte der Verfolgung

Haft im KZ Dachau: 10.08.1933 – 14.05.1937

 

Weitere Informationen

Karl Lehrburger wurde entweder am 6. Juli 1879 oder am 7. Juli 1880 in München geboren.1 Im März 1911 erwarb der Ingenieur zusammen mit dem aus Augsburg stammenden Hugo Bein die als „Haunstetter Wachstuchfabrik“ gegründete „Chemische Fabrik Haunstetten“ mit der Hausnummer 110 (heute Drususstraße). Die Produktionsstätte wurde 1920 in die Hirblinger Straße 150 in Augsburg-Oberhausen verlegt.2 Sein Kom­pa­g­non war 1918 im Ersten Weltkrieg gefallen. Auf dem jüdischen Friedhof in der Haunstetter Straße ist dessen Name auf dem Gefallenendenkmal zu finden.3

Verheiratet war Karl Lehrburger mit Ida Löwenthal (1881-1976) aus dem unterfränkischen Hörstein. Das Paar hatte zwei Kinder: Norbert (1919-2012)4 und Margot (1921-2000)5. Sie lebten in der Augsburger Kaiserstraße 43 1/2 (heute Konrad-Adenauer-Allee).6 Norbert Lehrburger feierte 1932 seine Bar-Mizwa.7 1934 emigrierte die Mutter mit ihren Kindern in die USA nach New York. Die Tochter Margot besuchte bis zur Auswanderung die Maria-Theresia-Schule. Schon ein Jahr zuvor war die Ehe von Karl und Ida Lehrburger geschieden worden.8

Am 10. August 1933 wurde Karl Lehrburger verhaftet und im KZ Dachau inhaftiert. Nach seiner Entlassung am 14. Mai 1937 bemühte er sich um seine Auswanderung, die 1938 verwirklicht werden konnte: Über Prag gelangte er nach Palästina. Das nationalsozialisitsche Regime bürgerte ihn am 23. Februar 1938 aus. Außerdem wurde ihm seine 1907 erworbene Doktorwürde von der Technischen Universität München aberkannt.9 In Haifa arbeitete er als Chemie-Ingenieur für Dutch Shell. Am 12. April 1945 verunglückte er dort tödlich bei einem Verkehrsunfall.10

Robert Dürr

  1. Gernot Römer (Hg.), „An meine Gemeinde in der Zerstreuung“. Die Rundbriefe des Augsburger Rabbiners Ernst Jacob 1941-1949 (Materialien zur Geschichte des Bayerischen Schwaben, Band 29), Augsburg 2007, S. 290: 07.07.1880, Das Geburtsdatum wurde von seinem Sohn Norbert mitgeteilt. Abweichend Michael Hepp (Hg.), Die Ausbürgerung deutscher Staatsabgehöriger 1933-1945 nach den im Reichsregister veröffentlichten Listen, 3 Bände, München 1985-1988: 06.07.1879.
  2. https://kulturkreis-haunstetten.de/; Einwohnerbuch der Stadt Augsburg 1926, Augsburg 1926.
  3. https://www.alemannia-judaica.de/images/Images%20302/CEM-AUG-GRAVELIST-GERMAN.pdf.
  4. https://jewishchronicle.timesofisrael.com/norbert-lehrburger/.
  5. Gernot Römer, 2007, S. 290.
  6. Einwohnerbuch der Stadt Augsburg 1926, Augsburg 1926; Einwohnerbuch der Stadt Augsburg 1932, Augsburg 1932.
  7. https://kulturkreis-haunstetten.de/.
  8. Gernot Römer, 2007, S. 290; http://www.datenmatrix.de/projekte/hdbg/spurensuche/index_extern.html.
  9. https://kulturkreis-haunstetten.de/.
  10. Gernot Römer, 2007, S. 290.

Einwohnerbuch der Stadt Augsburg 1926, Augsburg 1926.

Einwohnerbuch der Stadt Augsburg 1932, Augsburg 1932.

https://www.alemannia-judaica.de/images/Images%20302/CEM-AUG-GRAVELIST-GERMAN.pdf

https://jewishchronicle.timesofisrael.com/norbert-lehrburger/

https://kulturkreis-haunstetten.de/

 

Gernot Römer (Hg.), „An meine Gemeinde in der Zerstreuung“. Die Rundbriefe des Augsburger Rabbiners Ernst Jacob 1941-1949 (Materialien zur Geschichte des Bayerischen Schwaben, Band 29), Augsburg 2007.